Leserbrief zum Bundesgerichtsentscheid

«Männer an die Primarschule MaP» reagiert mit einem Leserbrief an die meisten grossen Tageszeitungen auf den Bundesgerichtsentscheid, dass «Primarlehrer» als typischer Frauenberuf gilt (siehe Tagespresse vom 1.12.15, z.B. Aargauer Zeitung)

 

Leserbrief auf Artikel «Bundesgerichtsentscheid: Primarlehrerinnen erstreiten Lohnüberprüfung»

Der geringe Anteil männlicher Primarlehrer ist aus gleichstellungs- und bildungspolitisch problematisch. Jungen wie Mädchen profitieren von einer bunten Vielfalt alltagsnaher Bezugspersonen beiderlei Geschlechts. Es ist wichtig, ihnen in ihrem Aufwachsen auch in der Schule die Erfahrung zu ermöglichen, dass Frauen wie Männer gleichermassen fürsorglich, streng, vermittelnd, fordernd, helfend, souverän, machtvoll, praktisch etc. sein können und sich Zeit für Kinder nehmen. Buben und Mädchen brauchen lebendige Rollenmodelle, um realistische Männerbilder zu entwickeln. Fehlende männliche Vorbilder erschweren es den Jungen heute, sich in 10 Jahren selber z.B. als Primarlehrer vorzustellen. Es braucht Anstrengungen, um diese Dynamik zu durchbrechen.

Die Auseinandersetzung um die Bedeutung männlicher Lehrpersonen befördert zudem die Gendersensibilität und -kompetenz im Lehrkörper. Dies wiederum wirkt auf die Schulkinder zurück, indem sie weniger starre (Geschlechtsrollen-)Stereotypen entwickeln.

Der Verein „Männer an die Primarschule“ – getragen von Pädagogischen Hochschulen und LehrerInnenverbänden und finanziert durch das Eidg. Büro für die Gleichstellung von Frau und Mann – setzt sich mit aus seiner Sicht geeigneten Massnahmen dafür ein, Männer in die Primarschule (zurück) zu holen.

Beat Ramseier, Zürich
Verein Männer an die Primarschule MaP