Thema

1964 arbeiteten erstmals weniger Männer als Frauen im Primarlehrberuf. 1993/94 lag der Männeranteil auf Primarstufe gesamtschweizerisch bei 32,3%, 1998/99 noch bei 29,4[1]. Seither hat sich der Anteil der Männer in der Primarschule kontinuierlich verringert. Auf der Primarstufe sank er von 21,4% (2003/04) auf 17,7% (2012/13), in der Vorschule/Eingangsstufe von 5,2% (2004) auf 4,2% (2012/13)[2]. Bei den Ausbildungsgängen für Quereinsteigende sehen die Zahlen etwas anders aus, der Männeranteil ist hier massiv höher (z.B. PHZH 2013 30%)[3].

Der «Verein Männer an die Primarschule» (MaP) setzt sich für eine Trendwende ein:

Für Chancengleichheit
Chancengleichheit heisst, dass Mädchen wie Jungen die Chance haben, ihren Beruf ohne Rücksicht auf Geschlechterstereotype zu wählen. Das verlangen auch die Bundesverfassung und das Gesetz[4]. Wenn ein pädagogischer Beruf den Fähigkeiten und Neigungen eines (jungen) Mannes entspricht, soll er bei der Berufswahl nicht über Vorurteile oder andere unsichtbare Hindernisse stolpern.

Für mehr Identifikationsmöglichkeiten
Jungen wie Mädchen profitieren von einer bunten Vielfalt alltagsnaher Bezugspersonen beiderlei Geschlechts. Um realistische Männerbilder zu entwickeln, brauchen besonders auch Buben lebendige Rollenmodelle. Fehlen sie, so wählen sie oft virtuelle Helden zum Modell. Das ist aus vielen Gründen problematisch – nicht zuletzt für ihren Schulerfolg.

Für Vielfalt im Schulteam
Vielfalt im Team auch in Bezug auf Geschlecht verbessert Perspektivenvielfalt und Unternehmenserfolg. Auch die Arbeits-, Lern- und Betriebskultur in der Primarschule wird durch eine Vielfalt gelebter Männlichkeiten und Weiblichkeiten bereichert. Die Auseinandersetzung um die Bedeutung männlicher Lehrpersonen befördert zudem die Gendersensibilität und -kompetenz im Lehrkörper. Dies wiederum wirkt auf die Schulkinder zurück, indem sie weniger starre (Geschlechtsrollen-)Stereotypen entwickeln.

 

 

 

[1] Quelle: Lehrkräfte- und Hochschulpersonalstatistik, Bundesamt für Statistik BfS

[2] Quelle: Bildungsstatistiken, Bundesamt für Statistik BfS

[3] Artikel Tages-Anzeiger online vom 17. Juli 2013

[4] Bundesverfassung Art. 8 Abs. 3 und Bundesgesetz über die Gleichstellung von Frau und Mann